Spätsommer 2011

Eberesche
Foto: Kristin Peters

Liebe Freunde und liebe Interessierte,

von meinem Urlaub melde ich mich erfrischt mit einem neuen Rundbrief zurück. Beim Pilze suchen oder bei Waldspaziergängen ist Ihnen sicher aufgefallen, daß das Heidekraut bereits blüht und die reifen Früchte der Eberesche am Waldrand leuchten. Das sind einige Signaturen des Spätsommers, der sich bisher von seiner besten Seite zeigt. Dagegen machte der Hochsommer seinem Namen keine Ehre, Regentage und kühle Temperaturen überwogen. Zwar gehören die Sommermonate zu unseren niederschlagsreichsten, jedoch der diesjährige Juli übetrieb heftig. Im Durchschnitt ist der niederschlagsärmste Monat der März mit 31 mm in Berlin und der Juni mit 71 mm der reichste. Der Osten Deutschlands wurde im Juli von heftigen Regenfällen überschüttet, so daß er als dritter in der Liste der regenreichsten Julimonate seit Beginn der Wetteraufzeichnung in die Geschichte eingeht. Dafür wurde im Mai und Juni etwas an Niederschlag gespart. Sehen Sie selbst:

Niederschlag in Berlin in mm Mai Jun Jul Aug Sep
durchschnittlicher Niederschlag 55 71 53 65 46
Niederschlag 2011 25 66 181    

Schwarz auf weiß ist sichtbar, daß es schon bessere Sommer gab. Ich hoffe, Sie können noch einige wärmende Sonnenstrahlen des Spätsommers erhaschen.

Am 1. August oder am 13. August mit dem Vollmond fand das Jahreskreisfest Lughnasad, Lammas oder Schnitterfest statt. Die nächste Feier im Rhythmus der Natur ist dann schon Erntedank oder die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche, die vom 20. bis 23. September begangen wird. Die Energie der Natur um das Schnitterfest ist geprägt durch das Verblühen, Versamen und Reifen. Die Vergeistigung und Vervollkommnung der Natur steht im Vordergrund und wird vorangetrieben. Die Glut des Sommers bringt die Süße in die Früchte, läßt das Getreide aushärten und füllt die Kräuter mit duftenden Ölen und Harzen. Die Pflanzen, die das Jahr über wuchsen, Blätter trieben, blühten und schließlich die Samen für die kommende Generation anlegten, streben der Vollendung entgegen und stellen jetzt das Prinzip des erfüllten Schicksals dar. Auflösung und das Aufgehen im Zukünftigem, im Kommendem werden als Kraft spürbar. 

Ein weiterer Aspekt ist beim Schnitterfest von Bedeutung. Mit scharfer Sichel muß zum richtigen Zeitpunkt der Schnitt gesetzt werden, wenn wir prachtvolle Fülle und nährenden Reichtum ernten wollen. Zögern wir, schüttet die Ähre die Körner auf den Boden und wir erhalten nur Stroh. Die Göttinnen in ihrem rot-schwarzen Aspekt lehren uns, daß Töten zum Leben gehört. Das Durchtrennen, Durchschneiden, Abschneiden und Beenden sind Themen, mit denen wir nun konfrontiert werden. Es ist der Archetyp der mächtigen und grenzensetzenden Göttin, die entschieden und klug zur Schnitterin wird, der Archetyp der Königin, die selbst- und verantwortungsbewußt, ordnend und machtvoll in ihrem Reich regiert. Sie helfen uns zu prüfen, ob der Punkt gekommen ist, eine Beziehung, ein Projekt, einen Beruf, eine Gemeinschaft, ein Lebenskonzept usw. zu beenden.

In diese Zeit gehört ebenso der Frauendreißiger, die Zeit zwischen Maria Himmelfahrt (15. August) und Maria Geburt (8. September). Es ist eine wichtige Saison für Frauen, um Heilpflanzen zu sammeln und zu verarbeiten. Die Kräuter wurden gesegnet und weiblichen Gottheiten geweiht, wie Maria oder früher Meda, die germanische Göttin der Landwirtschaft. Ihr zu Ehren wurden Rauchopfer dargebracht und stampfende Ritualtänze zelebriert. 

Die Eberesche gehört zu den Heilpflanzen des Frauendreißiger und ihre reifen Früchte sind Boten des Spätsommers. Aus diesem Grund noch einige Worte zur Eberesche, die uns mit tief verwurzelten Traditionen und Ritualen verbindet. Schon sehr früh nutzte der Mensch sie als Heil- und Nahrungspflanze und sie war sehr beliebt bei Zauberern, Hexen, Druiden und Priesterinnen der Stein- und Bronzezeit, wie etliche Funde belegen. Sie galt als zauberkräftig und war wichtiges schamanisches Instrument. Ihre korallenroten Beeren signalisieren die Feuerglut der aufgehenden und untergehenden Sonne, aber auch die Farbe des Blutes, Saft des Lebens und der Fruchtbarkeit. Wer sich auf die Ausstrahlung der Eberesche einläßt, wird eine sehr belebende Kraft spüren. Leider hält sich das Gerücht von der verheerenden Giftigkeit der Vogelbeeren sehr hartnäckig. Bei meinen Radtouren habe ich die Beeren als kleine Erfrischung sehr genossen, jedoch können größere Mengen roh gegessen zu Durchfall und Erbrechen führen. Da sie recht herb sind, wird niemand freiwillig herzhaft zugreifen. Durch Verarbeitung und Trocknung wird die enthaltene Parasorbinsäure zerstört und die Vogelbeeren können als Heilmittel und kulinarische Ergänzung genutzt werden. Die Früchte weisen u.a. sehr viel Vitamin C auf und wirken wassertreibend, stopfend, hustenreizmildernd, verdauungsfördernd, antirheumatisch, blutreinigend sowie allgemein stärkend. Zugleich sind die Blätter und Blüten heilkräftig, die Blätter z.B. als Tee bei Magenverstimmung, die Blüten z.B. als Hustentrank für Kinder. Wer das herb-fruchtige Aroma der Beeren mag, kann sie zu Ebereschenmus (mindestens zur Hälfte mit Äpfeln oder Birnen gemischt), Gelee, Sirup, Likör, Ebereschenkompott, Most und Essig verarbeiten. Sie passen gut zu Wild, ergänzen Chutneys und werden Sauerkraut zugefügt. Viel Freude beim Probieren!

Neuigkeiten

Lebendige Weiblichkeit - Ein Heilkreis für Frauen startet am 01. Oktober. Es sind noch Plätze frei. Sie können sich gern anmelden oder die Information an Interessierte weiterleiten. Vielen Dank! Siehe auch unter Termine.

Termine

Lebendige Weiblichkeit - Ein Heilkreis für Frauen startet am 01. Oktober 2011 und begleitet Sie ein Jahr lang mit insgesamt 13 Terminen. In diesem Heilkreis für Frauen verbinden wir Naturheilkunde und schamanische Rituale mit der Tradition der Weisen Frauen. Getragen wird der Heilkreis von den Rhythmen der Natur und der Weiblichkeit. Er unterstützt Sie im Alltag Ihre individuelle Weiblichkeit zu leben und dabei zu sich selbst zu finden. Detaillierte Informationen hier: http://www.kristin-peters.de/frauenheilkreis/Berlin/58/

Die Phytotherapie-Ausbildung, für alle die Pflanzenheilkunde anwenden möchten, startet wieder am 06. September und endet voraussichtlich am 22. November 2011. In der dreimonatigen Ausbildung vermittle ich die Grundlagen der Pflanzenheilkunde. Sie lernen in kleiner Gruppe Heilpflanzen und ihre Anwendungen intensiv kennen. Weitere Informationen hier: http://www.kristin-peters.de/phytotherapieausbildung/Berlin/25/

Ebenfalls im September, und zwar am 05. September 2011, beginnt die Aufbau-Ausbildung. Sie findet jeden zweiten Montag von 18.30 bis 21 Uhr statt und vertieft die Grundlagen der Phytotherapie-Ausbildung. Dabei steht die praktische Anwendung im Vordergrund. Details lesen Sie hier: http://www.kristin-peters.de/aufbauausbildung/Berlin/50/

"Düfte erleben, dufte leben" - Natur für die Sinne, in diesem Workshop vom 26. bis 27. November 2011 reisen wir, Dr. Kristin Peters und Dr. Edda Breitenbach, mit Ihnen in die Welt der sinnlichen und heilsamen Düfte. Wir stellen Ihnen die Grundlagen der Aromatherapie vor und zeigen Ihnen, wie Sie ätherische Öle, z. B. Orange, Sandelholz, Zypresse, Ylang-Ylang und weitere, für Wellness und Gesunderhaltung einsetzen können. Diese natürlichen Essenzen und ihre vielseitigen Anwendungen lernen Sie intensiv und anschaulich kennen. Dabei kommen Entspannung und Wohlfühlen in den angenehmen Räumlichkeiten nicht zu kurz. Mehr hier: http://www.kristin-peters.de/aroma-workshop/Berlin/60/

Des weiteren gibt es 2 Workshops zur Räucherheilkunde:
Am 03. Dezember 2011 "Die alte Tradition der Räucherheilkunde", ein Workshop für Anfänger, der Sie mit dem Räuchern vertraut macht, einiges zur Räucherheilkunde und wie Sie es für Ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden nutzen können, vermittelt. Sie lernen die Ursprünge und Räucherpflanzen intensiv kennen, erleben entspannende Räucherungen und erhalten viele Anregungen für eigene Räucherungen. Weiteres hier: http://www.kristin-peters.de/raeucherworkshop/Berlin/41/

Am 04. Dezember 2011 findet der Räucherworkshop für Fortgeschrittene "Räuchern als Wohltat und zur Heilung" statt. Die Anwendung des Räucherns wird vertieft. Räucherpflanzen werden Ihnen intensiv vorgestellt, auch heimische Wild- und Gartenpflanzen, und Sie lernen Kräuter, Räucherwerk und Vorgehensweisen kennen, damit Sie Räucherungen, z.B. in der Erkältungszeit, bei Unruhe, Nervosität, zur Schlafförderung, zur Begleitung im Alltag zur Steigerung der Konzentration und Kreativität sowie bei Yoga, Gebet, Meditation sowie Innenschau, nutzen können. Dabei kommt das gemeinsame Räuchern mit einer entspannenden Gedankenreise nicht zu kurz. Details lesen Sie hier: http://www.kristin-peters.de/raeucher-workshop-fuer-fortgeschrittene/Berlin/57/

Es gibt weitere Termine für Kräuterwanderungen im wunderschönen Naherholungsgebiet Briesetal. Am 10. September und 09. Oktober 2011 können Sie mit mir durch das abwechslungsreiche Briesetal wandern und deren Heil- und Wildpflanzen kennenlernen und sammeln. Weitere Informationen hier: http://www.kristin-peters.de/briesetalwanderung/Berlin/48/

Auch im Erpetal können Sie Wildräuter und Heilpflanzen kennenlernen und sammeln. Weitere Kräuterwanderungen im Erpetal sind am 03. September und 02. Oktober 2011. Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.kristin-peters.de/kraeuterwanderung/Berlin/11/

Für Interessierte am Räuchern: das Seminar zur Einführung in die alte Tradition der Räucherheilkunde findet am 22. September 2011 um 18 Uhr statt. Zusätzlich gibt es Anregungen zum Jahreskreisfest Erntedank oder Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche. Das nächste Seminar ist am 27. Oktober 2011. Sehen Sie auch hier: http://www.kristin-peters.de/Seminar/Berlin/13/ 

Unter dem Motto: "Was die Natur zu bieten hat" können Sie an Vorträgen und Führungen von mir auf der Bundesgartenschau Koblenz 2011 noch einmal im September teilnehmen. Die Vorträge und Führungen werden im Kompetenzzentrum GRÜN bzw. im Freizeitgarten des i-Punkts Grün dargeboten, welche sich auf dem großzügigen und abwechslungsreichen Gelände der Festung Ehrenbreitstein befinden. Weitere Informationen hier: http://www.kristin-peters.de/bundesgartenschau/Berlin/55/

Veröffentlichungen


Artikelserie zu Pflanzen der Liebe im Portal Erotisches zur Nacht: http://www.kristin-peters.de/veroeffentlichungen/Berlin/56/

Rundbriefe
zu Jahreskreisfesten, Jahreszeiten, Heiltraditionen und Heilpflanzen von 2010 bis 2011: http://www.kristin-peters.de/rundbriefe/Berlin/62/

"Auf den Spuren der Weisen Frauen
" ein Beitrag in Sein und KGS: http://www.kristin-peters.de/beitraege/Berlin/79/

 

Ich freue mich, wie immer, auf Ihre Anmeldungen, Anregungen, Nachfragen, Terminvereinbarungen und Einkäufe. Ich wünsche Ihnen angenehme Spätsommertage, reichliche Pilzfunde und Mut, um bei Bedarf einen klaren Schnitt zu setzten.


Mit lieben Grüßen
Ihre Kristin Peters


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Tel: 030/ 53 21 99 89
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