Schnitterfest - Lughnasad

 

Schnitterfest - Lughnasad

Portulak

Foto: Kristin Peters


Liebe Freunde und liebe Interessierte,

das war ja mal ein Juli. Waren die Vorjahre geprägt von reichlichen Niederschlägen, überzeugte der diesjährige Juli mit Sonne satt. Auch der August startete heiß. Für SonnenanbeterInnen und Badefreunde sicherlich bestens, für die GartenliebhaberInnen unter uns bedeutete es etwas mehr Arbeit. Da ich nun eine Terrasse begrünen konnte sowie einen Vor- und Nutzgarten beernten darf, erfreue ich mich dieses Jahr sehr am Hegen, Pflegen und Ernten. Meine Terrasse wurde von einem Hausrotschwanzpäarchen für die Aufzucht ihrer Brut ausgesucht. Nun sind die Jungen bereits seit einigen Tagen flügge. Mit ihren ersten Flugversuchen landeten sie u.a. in meinem Wohnzimmer und in meinen Terrassenpflanzen. Auch das Storchenjunge zieht mit seinen liebevollen Eltern seine Kreise in der Luft. Auf den umliegenden Feldern ist die Getreideernte fast abgeschlossen. Mit dem Mähdrusch verschwinden die buntblühenden Begleitpflanzen. Der Hochsommer geht bereits in den Spätsommer über. Reifen Frühapfel, Felsenbirne (sehr von der Sorte abhängig), Frühzwetschgen oder auch die Vogelbeere, beginnt zeitgleich das Blühen von Heidekraut und Herbst-Anemone und ist die Getreideernte abgeschlossen, dann hat der Spätsommer das Zepter übernommen.

Zu dieser Zeit feierten unsere Vorfahren das Jahreskreisfest Lughnasad oder Schnitterfest. Dieses Fest steht für die Kornernte und Kräuterweihe. Es spiegelte den Zeitpunkt in der Natur, bei dem die Pflanzen bereits blühten, befruchtet wurden und den Samen für das kommende Jahr angelegt hatten. Diesen Samen bringen sie nun zur Reife. Bis dahin sollte die junge Saat beschützt und genährt werden, damit sie ausreifen kann. Unsere Ahnen zelebrierten den ersten Kornschnitt und das daraus gebackene Brot als gemeinschaftliches Ritual. Es wurden Feuer zum Wettersegen entzündet, damit nicht Hagelschauer und Gewitter die gesamte Ernte vernichtet. Der Name Lughnasad geht auf Lug oder Lugus zurück, der "Leuchtende" in der keltischen Mythologie unserer Vorfahren. Lug ist der Gott, der gemeinsam mit der Matrone mit dem Füllhorn "Anona" die Herrschaft vom Schnitterfest bis zum Jahreskreisfest Samhain, Halloween, Allerseelen übernimmt. Er ist es, in der Vorstellung unserer Vorfahren, der das Gewordene zum Verblühen, Versamen und zur Auflösung in eine geistige Dimension bringt. Er stellt das Prinzip der Vervollkommnung dar, die Hitze, die dem Obst, Beeren und Früchten, Reife und Süße schenkt, der die Ähre in feste, goldene Körner verwandelt sowie Kräuter und Heilpflanzen mit fettigen Ölen, Harzen und ätherischen Ölen anreichert. Das Schnitterfest wurde ursprünglich zum Augustvollmond begangen. Heutzutage wird es am 31. Juli bzw. 01. und 02. August gefeiert.

Die Kraft dieser Zeit kann auch für uns im übertragenden Sinne im Beschützen unserer "Frucht" liegen. Wie kann das Gewordene in uns behütet und gestärkt werden? Die jetzt herrschende Energie kann des Weiteren helfen, Entscheidungen zu treffen oder längst Überfälliges endlich abzustreifen. Es ist die Zeit der Kräuterernte und -weihe, der großen Kräuterkunst in der Tradition der Weisen Frauen.

Mich hat in diesem Jahr besonders in seinen Bann gezogen, die kleine, fast unscheinbare Pflanze Portulak. Sicherlich liegt es daran, dass sie auf dem Grundstück meines neuen Zuhauses wächst, mir freundlicher Weise zur Verfügung steht und mir ausgezeichnet schmeckt. Der Portulak (Portulaca oleracea), auch Gemüse-Portulak oder Postelein genannt, ist in den gemäßigten Zonen weltweit verbreitet und wird als Gemüse oder Gewürz verwendet. Es ist eine einjährige, krautige, sukkulente Pflanze mit gelben Blüten, die Wuchshöhen von 10 cm bis 30 cm erreicht. Portulak besiedelt nährstoffreiche, lockere Sand- und Lehmböden, die im Sommer auch trocken sein können. Er ist als Pionierpflanze in Gärten, auf Äckern, an Wegen und in Pflasterritzen zu finden. Der Portulak wird seit mehreren tausend Jahren zur Ernährung genutzt, ist aber, wie viele Wildgemüse, in der Neuzeit in Vergessenheit geraten. Als Heilpflanze taucht der Portulak bereits in einer alten babylonischen Schrift aus dem achten vorchristlichen Jahrhundert auf, die die Pflanzen des Heilkräutergartens des Königs Marduk-Apla-Iddina II., (des biblischen Merodach-Baladan) aufzählt. Tabernaemontanus empfiehlt 1588 in seinem New Kreuterbuch Portulak gegen den "Sod im Magen" und hält auch fest, dass der "Saft im Mund gehalten machet die wackelhafftige Zähne wiederum fest stehen." Er kann Kopfschmerzen lindern und hilft bei u.a. Nervenproblemen. Portulak wirkt antibakteriell, blutreinigend, blutstillend, harntreibend, tonisierend und kann bei Husten, Fieber, Zahnfleischentzündung, Sodbrennen, Verdauungsschwäche, Magenschleim- hautentzündung, Darmentzündung, Verstopfung, Würmern, Hämorrhoiden, Skorbut, Frühjahrsmüdigkeit, Nierenschwäche und Arteriosklerose eingesetzt werden. Die Blätter und Stängel schmecken leicht säuerlich, salzig, nussartig und knackig. Die Blütenknospen können ähnlich wie Kapern genutzt werden. Die Pflanzen enthalten größere Mengen von Vitamin C und Omega-3-Fettsäuren sowie kleinere Mengen der Vitamine A, B und E, der Mineralstoffe und Spurenelemente Magnesium, Calcium, Kalium und Eisen, Zink sowie Alkaloide, Flavonoide, Cumarine, Saponine, Glutaminsäure, Oxalsäure, das Sterin β-Sitosterol und eine schleimige Substanz (Mucilago). Das Portulak-Gemüse passt sehr gut in Salate und Quarkzubereitungen. Sollen die Blätter gegart verwendet werden, reicht es, sie kurz zu blanchieren oder in Butter zu dünsten. Vielleicht teilt ja der Eine oder die Andere meine diesjährige Vorliebe.


Neuigkeiten

Anregungen zur Verarbeitung der Pflanzen aus dem eigenen Garten oder Natur gibt Ihnen möglicherweise der Beitrag "Hausapotheke aus der Natur" vom 05. August 2013 im zibb-Sommergarten des rbb-Fernsehens. Ringelblumensalbe und ein 5-Kräuterbitter standen auf dem Plan.

Wer Pflanzen in der Natur kennenlernen und sammeln sowie in gemeinsamer Runde zu Salbe und Heilöl verarbeiten möchte, dem sei mein Heilpflanzen-Workshop am 15. September 2013 im Haus Wiesenklang ans Herz gelegt.

Für Vorträge, Kräuterwanderungen, Heilpflanzen-Workshops und Ausbildungen usw. stehe ich Ihnen gern auch in Ihrem Seminarhaus, Ausbildungsstätte und ähnlichen Einrichtungen als erfahrene Referentin zur Verfügung. Bitte nehmen Sie Kontakt mit mir auf.


Termine

Die nächste Phytotherapie-Ausbildung, für alle die Pflanzenheilkunde anwenden möchten, startet wieder am 24. September und endet am 10. Dezember 2013. In der praxisnahen Ausbildung vermittle ich die Grundlagen der Pflanzenheilkunde. Sie lernen in kleiner Gruppe Heilpflanzen und ihre Anwendungen intensiv kennen. Das ist die letzte Ausbildung, die im Wochenrhythmus stattfinden wird. Danach werden alle Ausbildungen weiterhin stattfinden, jedoch geblockt an 2 Wochenenden, z.B. in Berlin, in Lübbenau im Januar 2014 und auch in Wusterhausen/Dosse ab 2014. Weitere Informationen hier: http://www.kristin-peters.de/phytotherapieausbildung

Die sich anschließende Aufbau-Ausbildung beginnt wieder am 30. September 2013.  Sie findet jeden zweiten Montag von 18.30 bis 21 Uhr statt und vertieft die Grundlagen der Phytotherapie-Ausbildung. Dabei steht die praktische Anwendung im Vordergrund. Auch geblockt an einem Wochenende in Lübbenau. Details lesen Sie hier: http://www.kristin-peters.de/aufbauausbildung
 
Phytotherapie/Pflanzenheilkunde für Hebammen findet vom 15.-17. November und  29. November - 01. Dezember 2013 statt und gibt Hebammen Heilpflanzen und ihre Anwendungen für ihre Arbeit an die Hand. Die Themen der Fortbildung und weitere Informationen sind hier aufgeführt: http://www.kristin-peters.de/hebammenweiterbildung

Der Heilpflanzenworkshop im Haus Wiesenklang am Wochowsee ist ein Tagesworkshop, der sich mit "Der Kunst der Herstellung pflanzlicher Heilsalben und Öle" beschäftigen. Am 15. September 2013 laden wir, Monika Witte und ich, in erholsame Landschaft zum gemeinsamen Erfahren der heilsamen Natur ein. Details lesen Sie bitte hier: http://www.kristin-peters.de/der-zauber-der-rose

Der Meditationsworkshop "Sich auf den Weg begeben" findet am 14. September 2013 von 10 bis 18 Uhr statt. Mit diesem Workshop möchte ich Ihnen die Möglichkeit geben, Meditation kennenzulernen oder Ihre bisherigen Erfahrungen zu vertiefen. Am Ende des Workshops sind Sie in der Lage, Meditation und Achtsamkeitsübungen als Methoden zur Steigerung des Wohlergehens, zur Bewältigung der heutigen Alltäglichkeiten und zur Auseinandersetzung mit sich selbst anzuwenden. Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.kristin-peters.de/meditationsworkshop 

Für Interessierte am Räuchern: das Seminar zur Einführung in die alte Tradition der Räucherheilkunde findet am 30. Oktober 2013 um 18.15 Uhr statt. Zusätzlich gibt es Anregungen zum Jahreskreisfest Halloween, Samhain oder Allerseelen. Das nächste Seminar ist dann wieder 2014. Sehen Sie auch hier: http://www.kristin-peters.de/Seminar

Die Termine für die Kräuterwanderungen in diesem Jahr stehen fest. Es finden wieder Kräuterwanderungen im Frühjahr, Sommer und Herbst im Erpetal und Briesetal statt. Die kommenden Termine sind:
Im Erpetal am 17. August, 08. September und 12. Oktober 2013 von 10 bis ca. 13 Uhr - Weitere Details
Im Briesetal am 10. August und 07. September 2013 von 10.15 bis ca. 14.15 Uhr - Weitere Details

Die Landesgartenschau 2013 in Prenzlau öffnete am 13. April 2013 ihre Pforten. Ich freue mich, dass ich mit über 80 Vorträgen und einigen Workshops den Schwerpunkt der Gartenschau Heilpflanzen, Wild- und Gartenkräuter untersetzen kann. Genauere Informationen finden Sie hier.

Ganz in der Nähe, nämlich in Hamburg, findet in diesem Jahr die internationale gartenschau statt. Sie lädt zu einer Entdeckungsreise "In 80 Gärten durch die Welt" ein und startet am 26. April 2013. Auch da bin ich mit einigen Workshop und Vorträgen vor Ort. Termine und Themen finden Sie hier.


Veröffentlichungen

Artikelserie zu Pflanzen der Liebe im Internetportal Erotisches zur Nacht: http://www.kristin-peters.de/veroeffentlichungen

Rundbriefe
zu Jahreskreisfesten, Jahreszeiten, Heiltraditionen und Heilpflanzen von 2010 bis 2012: http://www.kristin-peters.de/rundbriefe

"Auf den Spuren der Weisen Frauen
" ein Beitrag in der Print-Ausgabe der Sein und in der Print- und Online-Ausgabe der KGS: http://www.kristin-peters.de/beitraege

"Heilende Düfte" ein Beitrag in der Print- und Online-Ausgabe der Sein: http://www.kristin-peters.de/beitraege

"Entschlackung und Ausleitung nach Hildegard von Bingen" ein Beitrag in der Print- und Online-Ausgabe der Sein: http://www.kristin-peters.de/beitraege

 

Ich freue mich, wie immer, auf Ihre Anmeldungen, Anregungen, Nachfragen, Terminvereinbarungen und Einkäufe. Ich wünsche Ihnen eine gesunde Balance zwischen Licht und Dunkel, Hitze und Kühle sowie Trockenheit und Nässe, damit sie ausreichend Kraft schöpfen können für alle Ihre Vorhaben.

Mit lieben Grüßen
Ihre Kristin Peters


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Dr. Kristin Peters

Tel: 033 979/ 519 677
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