Spätherbst - Samhain

 

Spätherbst - Samhain

EdelkastanieMaronen

Liebe Freunde und liebe Interessierte,

es stürmt und die Bäume rauschen im Chor. Fast ohrenbetäubend. Solche Stürme gehören zum Herbst. Sie wirbeln das herab gefallene Laub hoch und sorgen dafür, dass der eine oder andere Baum bereits all seine Blätter loslässt. Es scheint im Moment ganz schnell zu gehen: eben leuchten noch die bunten Blätter und im Handumdrehen sind der Ahorn und andere Laubsträucher und -bäume kahl. Es ist Spätherbst, wenn die Wildbäume ihr Laub abwerfen. Mit dem Ende des Laubfalls endet auch der Spätherbst und der Winter beginnt.

Im Spätherbst wird das Jahreskreisfest Samhain, Allerseelen, Allerheiligen oder Halloween (engl. = heiliger Abend, Allerheiligen) begangen. Genauer am 31. Oktober bzw. 01. November. Wir können uns das kaum noch vorstellen, aber tatsächlich endete und begann mit Samhain das Jahr für unsere Vorfahren. Der Kreis schloss sich. Unser Jahreswechsel ist kalendarisch festgelegt und kennt keinen Zusammenhang zur Natur. Anders bei unseren Ahnen und Urahnen, bei denen mit dem Absterben der Pflanzen der neue Zyklus begann. Tief verwurzelt und eingebettet in den Atem der Tier- und Pflanzenwelt ist das Wissen präsent, dass nur mit dem Loslassen und Sterben etwas Neues entstehen kann. Und das alles seine Zeit braucht. Damit das Neue sich entwickeln kann, legten die Pflanzen Samen an, die nun in der Erde ruhen. Es fängt die Zeit des Träumens an.

Möglicherweise verspüre ich deshalb augenblicklich das große Bedürfnis, Vorhaben und Arbeiten abzuschließen, bevor ich das Nächste beginne, wie zum Jahreswechsel. Die letzten Wochen arbeitete ich auf, was liegen geblieben war. Und nun bin ich damit mehr oder weniger fertig. Doch bevor die kommenden Vorhaben gestartet werden, ist noch Zeit zum Durchatmen und Träumen. Vielleicht gelingt es uns leichter, die Pausen wahrzunehmen, wenn wir uns gegenseitig daran erinnern.

Mit Allerheiligen war auch die Schlachtezeit eingeläutet. Unsere Vorfahren bereiteten sich auf den Winter vor. Holz wurde gestapelt, Fleisch, Gemüse, Nüsse und Kräuter haltbar gemacht oder gelagert. Alles, was zu diesem Zeitpunkt noch draußen in der Natur war, gehörte ab dem 31. Oktober bzw. 01. November den Tieren, Pflanzen und Geistern. Zu den Nüssen, die unsere Ahnen als zuverlässige und heilsame Nahrungsquelle schätzten und den Winter gut überstehen ließ, zählte die Esskastanie oder auch Edelkastanie und Marone.

Vom Mittelalter bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die Edelkastanie vor allem in Südeuropa, aber auch bis nach Süd- und Mitteldeutschland ein Hauptnahrungsmittel der Bevölkerung. Sie ist ein Buchengewächs und trägt Nussfrüchte. Sie ist nicht mit der Rosskastanie zu verwechseln, die zwar auch ein heilsamer Baum ist, jedoch keine essbaren Früchte hervorbringt. Sie gelangte aus China bereits im 5. Jahrhundert vor Christus über den Mittelmeerraum nach Italien und durch die Römer auch bis nach Deutschland. Die Nussfrüchte, auch Maronen oder Maroni genannt, reifen von September bis Oktober in stachligen, hellgrünen Fruchtschalen. In China waren Esskastanienarten schon sehr früh als wichtiges Lebens- und Heilmittel bekannt. Genauso wussten unsere Vorfahren von den nährenden und heilenden Kräften, so dass sie schon früh in der europäischen Heilkunde hoch geschätzt wurde. Bei uns wies eindringlich Hildegard von Bingen auf die Edelkastanie und hinterließ einige Rezepte und Anwendungen, die noch heute Einsatz finden.

Beispielweise wird bei Rheuma, Schlaflosigkeit und „zornigem Gemüt“ aus den Blättern und Fruchthülsen ein Tee gekocht, der auf erhitzte Steine gegossen wird, wie ein Dampfbad oder eine Sauna. Das Holz in den Händen gewärmt und daran gerochen, dient dem allgemeinen Aufbau der Gesundheit (Venentonus, Kreislaufschwäche, Kräftigungsmittel und Kopfgesundheit): „Aber ein Mensch, der aus seinem Holz einen Stock macht und diesen in seiner Hand trägt, so dass die Hand dadurch warm wird, dem werden aus dieser Erwärmung die Adern und alle Kräfte des Körpers gestärkt.“ Hildegard von Bingen. Selbst bei Desorientierung, fehlender Konzentration, Gehirnleere und Ausbrennen kann sie helfen. Dazu werden vor dem Essen (nüchtern) und nach dem Essen Früchte gekocht zu sich genommen. Die rohen Kastanien bzw. das Kastanienmehl nimmt man bei Herzschwäche, Herzschmerzen und depressiver Verstimmung zu sich (1 bis 3 Teelöffel Kastanienmehl). Die gerösteten Maronen, warm gegessen, sollen bei Milzleiden und Milzschmerzen angesagt sein. Es gibt noch viele weitere interessante Verwendungen als Heilmittel, die ich leider nicht alle hier aufführen kann. Erwähnt sei noch, dass die Frucht selbst ein hervorragendes, schmackhaftes und vielseitig einsetzbares Lebensmittel ist. Die Marone ist dem Getreide absolut ebenbürtig, enthält jedoch kein Gluten. Sie besteht u.a. zu 45 bis 58 % aus Stärke, Saccharose (22 bis 34 %), Gerbstoffen, Proteinen und Vitaminen. Da sie keine Hexosen vom Typ Glucose oder Fructose vorweist, ist sie auch für Diabetiker geeignet. Die Kastanien können als Suppe, Füllung, für Süßspeisen und herzhafte Gerichte, als Polenta, Gemüse- und Sättigungsbeilage, als Mehl zum Backen von Brot und zur Herstellung von Teigwaren und sogar als Schnaps oder Likör genutzt werden. Somit wird verständlich warum sie als Symbol der weisen Voraussicht angesehen wurde. Vielleicht lassen Sie sich animieren, den Speiseplan mit ihr und ihren Produkten anzureichern. Guten Appetit und wohl bekomms.


Neuigkeiten

Katharina Meffert und ich haben unsere Veranstaltung "Lebendige Weiblichkeit - Workshops für Frauen" überarbeitet. Herausgekommen sind vier Workshops zu den Jahreskreisfesten Imbolc (Lichtmess), Beltain (Walpurgis), Lugnasad (Schnitterfest) und Samhain (Allerseelen), die ebenso einzeln buchbar sind. Wir verbinden in dieser Workshopreihe Naturheilkunde und schamanische Rituale mit der Tradition der Weisen Frauen. Los geht es am 01. und 02. Februar 2014 zu Imbolc mit "Die Kraft spüren". Weiteres hier.

Für zibb im rbb-Fernsehen war ich wieder am 27. September 2013 und am 25. Oktober 2013 als Expertin zu Gast. Zum Thema "Wilde Herbstfrüchte" und "Gesunde Heilpflanzen" besprach ich die Holunderbeeren, Weißdornfrüchte, Esskastanien und Löwenzahnwurzel. Bei Interesse können Sie diese Beiträge hier anschauen.

Am 06. Dezember 2013 bin ich ebenfalls für zibb im Studio und stehe für Fragen und Anregungen zum Thema Heilpflanzen zur Verfügung. Wenn Sie Zeit und Lust haben, können Sie mich zwischen 18.30 und 19.35 Uhr live im Fernsehen sehen.

Bei nano im 3sat-Fernsehen wurde ich für die Sendung "Wie jetzt?! - Heilpflanzen" befragt. Am 02. Oktober 2013 wurde sie ausgestrahlt. Auch diesen Beitrag können Sie hier sehen.

Meine Ausbildung in Phytherapie/Pflanzenheilkunde biete ich ab dem kommenden Jahr auch in Kyritz (Ostprignitz-Ruppin) an. Damit kann die Heilpflanzen-Ausbildung 2014 3 x im Jahr in Berlin, 1 x im Jahr im Spreewald (Lübbenau) und 1 x Jahr in Kyritz absolviert werden. Die genauen Termine finden Sie hier.

Für Hebammen tut sich auch einiges in diesem und im nächsten Jahr. Vom 15.-17. November und vom 29. November-01. Dezember 2013 findet die zweite Weiterbildung Phytotherapie für Hebammen in diesem Jahr statt. Im kommenden Jahr gibt es einen Tagesworkshop in Hamburg, veranstaltet vom Hebammenverband Hamburg, des Weiteren Fortbildungen in Augsburg und Dortmund zur Naturheilkunde für die Hebammenarbeit, veranstaltet von HiPP, und wieder eine Weiterbildung Phytotherapie in Berlin. Termine und Details finden Sie hier.


Termine

Die Phytotherapie/Pflanzenheilkunde-Ausbildung, für alle die Pflanzenheilkunde anwenden möchten, findet an zwei Wochenenden, jeweils Freitag bis Sonntag, statt. Die nächste Ausbildung ist vom 14.-16.02.2014 und 28.02.-02.03.2014. In der praxisnahen Ausbildung vermittle ich die Grundlagen der Pflanzenheilkunde. Sie lernen in kleiner Gruppe Heilpflanzen und ihre Anwendungen intensiv kennen. Weitere Informationen hier: http://www.kristin-peters.de/phytotherapieausbildung

Die sich anschließende Aufbau-Ausbildung läuft über ein Wochenende, von Freitag bis Sonntag. Die nächste Aufbau-Ausbildung findet vom 08.-10. November 2013 in Lübbenau oder vom 06.-08. Dezember 2013 in Berlin statt. Sie dient der Vertiefung der Grundlagen der Phytotherapie-Ausbildung. Dabei steht die praktische Anwendung im Vordergrund. Details lesen Sie hier: http://www.kristin-peters.de/aufbauausbildung
 
Phytotherapie/Pflanzenheilkunde für Hebammen findet vom 15.-17. November und  29. November - 01. Dezember 2013 statt und gibt Hebammen Heilpflanzen und ihre Anwendungen für ihre Arbeit an die Hand. Die Themen der Fortbildung und weitere Informationen sind hier aufgeführt: http://www.kristin-peters.de/hebammenweiterbildung

Der Meditationsworkshop "Sich auf den Weg begeben" findet am 18. Januar 2014 von 10 bis 18 Uhr statt. Mit diesem Workshop möchte ich Ihnen die Möglichkeit geben, Meditation kennenzulernen oder Ihre bisherigen Erfahrungen zu vertiefen. Am Ende des Workshops sind Sie in der Lage, Meditation und Achtsamkeitsübungen als Methoden zur Steigerung des Wohlergehens, zur Bewältigung der heutigen Alltäglichkeiten und zur Auseinandersetzung mit sich selbst anzuwenden. Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.kristin-peters.de/meditationsworkshop 

Mit unserer Workshopreihe "Lebendige Weiblichkeit" starten wir zum Jahreskreisfest Imbolc mit dem Thema "Die Kraft spüren" am Wochenende 01./02. Februar 2014. Katharina Meffert und ich verbinden an diesem und drei weiteren Wochenenden Naturheilkunde und schamanische Rituale mit der Tradition der Weisen Frauen. Getragen werden die Workshops von den Rhythmen der Natur und der Weiblichkeit. Sie begleiten uns ein Jahr lang und unterstützen uns im Alltag, unsere individuelle Weiblichkeit zu leben und dabei zu uns selbst zu finden. Wir freuen uns darauf, in diesem geschützten Rahmen uns gegenseitig zu stärken, voneinander zu lernen und dabei die Lebensfreude und Achtsamkeit bewusst zu fördern. Weitere Details erfahren Sie hier: http://www.kristin-peters.de/lebendige-weiblichkeit

Für Interessierte am Räuchern: das Seminar zur Einführung in die alte Tradition der Räucherheilkunde findet am 18. Dezember 2013 um 18.15 Uhr statt. Zusätzlich gibt es Anregungen zum Jahreskreisfest Wintersonnenwende oder Julfest. Das nächste Seminar ist dann am 29. Januar 2014. Sehen Sie auch hier: http://www.kristin-peters.de/Seminar

Des Weiteren findet am 23. November 2013 der Workshop "Die alte Tradition der Räucherheilkunde" statt. Bei dieser Veranstaltung führe ich Sie in die traditionelle Heilkunst des Räucherns ein. Sie erfahren, was Räuchern ist, einiges zur Räucherheilkunde und wie Sie es für Ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden nutzen können. Zusätzlich lernen Sie einige Räucherpflanzen intensiv kennen, erleben eine Räucherung mit einer entspannenden Gedankenreise, eignen sich das Ausräuchern von Räumen an und bekommen viele Anregungen für eigene Räucherungen. Weitere Details hier.

Schließlich gibt es am 24. November 2013 den Workshop "Räuchern als Wohltat und zur Heilung", sozusagen ein Räucherworkshop für Fortgeschrittene. In diesem Workshop vertiefen wir die Anwendung des Räucherns als Wohltat und zur Unterstützung von Heilung. Räucherpflanzen werden Ihnen intensiv vorgestellt, so auch heimische Wild- und Gartenpflanzen. Sie lernen Kräuter, Räucherwerk und Vorgehensweisen kennen, damit Sie Räucherungen zur Begleitung von Erkrankungen und Beschwerden sowie zur kraftvollen Herangehensweise im Alltag und sogar bereichernd in der Weihnachtszeit einsetzen können. Weitere Informationen hier.


Veröffentlichungen

Artikelserie zu Pflanzen der Liebe im Internetportal Erotisches zur Nacht: http://www.kristin-peters.de/veroeffentlichungen

Rundbriefe
zu Jahreskreisfesten, Jahreszeiten, Heiltraditionen und Heilpflanzen von 2010 bis 2012: http://www.kristin-peters.de/rundbriefe

"Auf den Spuren der Weisen Frauen
" ein Beitrag in der Print-Ausgabe der Sein und in der Print- und Online-Ausgabe der KGS: http://www.kristin-peters.de/beitraege

"Heilende Düfte" ein Beitrag in der Print- und Online-Ausgabe der Sein: http://www.kristin-peters.de/beitraege

"Entschlackung und Ausleitung nach Hildegard von Bingen" ein Beitrag in der Print- und Online-Ausgabe der Sein: http://www.kristin-peters.de/beitraege

 

Ich freue mich, wie immer, auf Ihre Anmeldungen, Anregungen, Nachfragen, Terminvereinbarungen und Einkäufe. Ich wünsche Ihnen ein sicheres Heim, das Sie die Herbststürme wohlig ausharren lässt und zum Träumen anregt.

Mit lieben Grüßen
Ihre Kristin Peters


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Tel: 033 979/ 519 677
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