Übergang zum Spätsommer

 

Übergang zum Spätsommer

Schmalblättrige Doppelsame
Foto: Kristin Peters

Liebe Freunde und liebe Interessierte,

der Hochsommer hat bereits seinen Zenit überschritten und geht nun auf den Spätsommer zu. In dieser Zeit reifen der Klarapfel oder Frühapfel, die Frühzwetschge und die Vogelbeere. Die Herbst-Anemone und das Heidekraut beginnen mit ihrer Blüte. Diese jahreszeitliche Sequenz wird von dem Schnitterfest, Lammas oder Lughnasad begleitet. Ursprünglich wurde das Feuerfest zum Augustvollmond begangen. Heute ist es auf den 31. Juli bzw. 01. August festgelegt. Das Jahreskreisfest verdeutlicht die Reife, vom Verblühen, Versamen bis hin zur Auflösung in eine geistige Dimension. Der Same für das Kommende ist gelegt und reift zur Vervollkommnung.

Einige Kräuter und Heilpflanzen zeigen sich erst später im Jahr und haben ihre Hauptsaison im Sommer oder sogar erst im Herbst. Ich erinnere an Beifuß, Goldrute, Franzosenknopfkraut, Portulak (zu Portulak finden Sie einiges im Rundbrief Schnitterfest-Lughnasad vom 07. August 2013) oder Rucola. Der Rucola ist tatsächlich zu einer meiner Lieblings-Salat-Gemüse-Pflanzen avanciert. Ich hatte das Glück von Anfang an hier in meinem ländlichen Zuhause mit Rucola versorgt zu sein, ohne dass ich ihn im Garten anbauen musste. Hinter dem Begriff Rucola verstecken sich eigentlich drei verschiedene Pflanzen aus der Familie der Kreuzblütengewächse: der Schmalblättrige Doppelsame (Diplotaxis tenuifolia), auch Wilde Rauke oder Stinkrauke genannt, der Mauer-Doppelsame (Diplotaxis muralis), auch Acker-Doppelrauke oder Mauersenf genannt, und die Garten-Senfrauke (Eruca vesicaria subsp. sativa), die eine Unterart der Senfrauke (Eruca vesicaria) ist.

Die beiden Doppelsame-Arten kommen wild bei uns vor. Sie blühen gelb und haben einen scharfen, leicht bitteren Geschmack. Sie werden von Gärtnereien angebaut und als Gemüse verkauft. Die Garten-Senfrauke blüht weiß und kommt nur selten in Deutschland verwildert vor. Doppelsame als auch Garten-Senfrauke sind ursprünglich im Mittelmeerraum zu Haus. Im Gegensatz zur Senfrauke sind die Doppelsame-Arten besser an die klimatischen Verhältnisse in Mitteleuropa angepasst und kommen deshalb auch häufig wild vor. Sie sind seit 1768 in Deutschland nachgewiesen. In Mitteleuropa findet man sie heute gebietsweise häufig in Unkrautgesellschaften, an Wegen, Schuttplätzen, Ödflächen, Bahnhöfen, Häfen, Dämmen, in Brachen, selten auf Äckern. Sie lieben mäßig basen- und stickstoffhaltigen, sandig lockeren Boden, Licht und Wärme.

Allen drei gemeinsam sind der vorzügliche Geschmack und die Fülle an Inhaltsstoffen, wobei die "Wilden", wie oben schon erwähnt, ein kräftigeres Aroma aufweisen. Sie sind eine gute Quelle für Eisen, Kalzium, Natrium, Phosphor, Magnesium, Zink und Kalium, Vitamin C, B1, B2, B6, Niacin, E und A. Die für den scharfen Geschmack verantwortlichen Senföle (Glukosinolate) zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen. Sie besitzen viele gesundheitsförderliche Wirkungen, u.a. können sie antibiotisch, antioxidativ und gegen Krebs wirksam sein. Rucola hat zudem einen sehr hohen Gehalt an Beta-Carotin. Zusätzlich unterstützen diese Gemüse das Immunsystem, wirken harntreibend, verdauungsfördernd und blutreinigend. Aufgrund des hohen Jodgehalts sind sie wohltuend für die Schilddrüse. In der römischen Zeit wurde der Rucola nicht nur als Nahrungsmittel sondern auch als Aphrodisiakum genutzt. Die Samen dienten und dienen noch heute der Ölgewinnung. Insbesondere aus Indien ist der Anbau von Senfrauke zu diesem Zweck bekannt.

Ob Sie den Rucola nun wild sammeln oder im Gemüsebedarf erstehen, er sollte auf keinen Fall Stickstoff gedüngt sein, da er Nitrat anreichert (Biohändler oder von Hundeauslaufstellen entfernt). Lassen Sie sich den Rucola und, wie ich hoffe, den Spätsommer schmecken. Viel Freude und Guten Appetit wünscht

Ihre Kristin Peters


Neuigkeiten

Eine weitere Neuigkeit hält die Bundesgartenschau 2015 Havelregion bereit. Einen Wohlfühl-Gartentag am 16. August. An diesem Tag dreht sich alles um die wohltuende und die Gesundheit fördernde Wirkung des Gartens und der Pflanzen. Ich bin mit dem "Herstellen von Wohlfühlölen", "Handmassage erleben" und "Eins werden mit der Pflanze" in Rathenow beim i-Punkt Grün dabei.

Einen weiteren Gastauftritt im Fernsehen des Berlin-Brandenburger Rundfunks in der Sendung zibb gibt es am 21. August 2015. Sie können den letzten Beitrag vom 02. Juli 2015 zu "Wunderkräuter Wermut und Beifuß" und alle vorherigen hier anschauen.


Termine

Die Phytotherapie/Pflanzenheilkunde-Ausbildung, für alle die Pflanzenheilkunde anwenden möchten, findet an zwei Wochenenden, jeweils Freitag bis Sonntag, statt. Die nächsten Ausbildungstermine sind:
 
04.-06. September 2015 + 11.-13. September 2015

In der praxisnahen Ausbildung vermittle ich die Grundlagen der Pflanzenheilkunde. Sie lernen in kleiner Gruppe Heilpflanzen und ihre Anwendungen intensiv kennen. Weitere Informationen hier.

Weiter geht es ab 15. Januar 2016 mit der Lebendigen Pflanzenheilkunde/Phytotherapie kompakt.

Die sich anschließende Aufbau-Ausbildung läuft über ein Wochenende, von Freitag bis Sonntag. Die nächste Aufbau-Ausbildung in Berlin findet vom 13. bis 15. November 2015 statt. Sie dient der Vertiefung der Grundlagen der Phytotherapie-Ausbildung. Dabei steht die praktische Anwendung im Vordergrund. Details lesen Sie hier.
 
Weiterbildungsmöglichkeiten für Hebammen
  • Workshop "Flügel für die Seele - Ganzheitliche Pflanzenheilkunde Teil 1" am 10. Juni 2015 in Lüneburg
  • Workshop "Praktische Pflanzenheilkunde für Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett" am 12. und 13. Juni 2015 in Hamburg
  • Workshop "Flügel für die Seele - Ganzheitliche Pflanzenheilkunde" am 09. und 10. Oktober 2015 in Hamburg
  • Workshop "Flügel für die Seele - Ganzheitliche Pflanzenheilkunde Teil 2" am 14. Oktober 2015 in Lüneburg
  • Weiterbildung Phytotherapie/Pflanzenheilkunde vom 16.-18. Oktober und vom 30. Oktober-01. November 2015  
Der Meditationsworkshop "Sich auf den Weg begeben" findet am 07. November 2015 von 10 bis 18 Uhr statt. Mit diesem Workshop möchte ich Ihnen die Möglichkeit geben, Meditation kennenzulernen oder Ihre bisherigen Erfahrungen zu vertiefen. Am Ende des Workshops sind Sie in der Lage, Meditation und Achtsamkeitsübungen als Methoden zur Steigerung des Wohlergehens, zur Bewältigung der heutigen Alltäglichkeiten und zur Auseinandersetzung mit sich selbst anzuwenden. Weitere Informationen finden Sie hier.

Für Interessierte am Räuchern: das Seminar zur Einführung in die alte Tradition der Räucherheilkunde findet am 16. September 2015 um 18 Uhr statt. Zusätzlich gibt es Anregungen zum Jahreskreisfest Erntedank oder Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche. Das nächste Seminar ist dann am 16. Dezember 2015. Sehen Sie auch hier.

Heilpflanzen-Workshops 2015

In ausgesucht schöner Landschaft finden die Heilpflanzenworkshops statt. Sie beinhalten nicht nur die Bestimmung, das Sammeln, Hinweise zur Anwendung und die Verarbeitung von Heilpflanzen, sondern insbesondere das gemeinsame Herstellen von naturheilkundlichen Tinkturen, Salben und Ölen. Sie lernen einige Pflanzen intensiv kennen, so auch ihre Wirkungen und Anwendungen. Hier finden Sie weitere Details. 

Kräuterwanderungen 2015
Kräuterwanderungen im Erpetal:
19. April 2015, 10. Mai 2015, 28. Juni 2015, 18. Juli 2015, 23. August 2015 und 11. Oktober 2015
Kräuterwanderungen am Dreetzer See:
02. Mai 2015, 05. Juli 2015, 30. August 2015 und 27. September 2015 


Veröffentlichungen

Artikelserie zu Pflanzen der Liebe im Internetportal erosa - Die schönsten Seiten der Erotik

Rundbriefe
zu Jahreskreisfesten, Jahreszeiten, Heiltraditionen und Heilpflanzen von 2010 bis 2014

"Auf den Spuren der Weisen Frauen"
ein Beitrag in der Print-Ausgabe der Sein und in der Print- und Online-Ausgabe der KGS

"Heilende Düfte" ein Beitrag in der Print- und Online-Ausgabe der Sein

"Entschlackung und Ausleitung nach Hildegard von Bingen" ein Beitrag in der Print- und Online-Ausgabe der Sein

"Die November in unserem Leben" ein Beitrag im Freundesbrief November 2013 des Fördervereins Diakonie-Hospiz Wannsee e. V.

"Krebsprävention - Heilschätze aus Wiese und Garten" ein Beitrag in den Aktuellen Gesundheitsnachrichten Heft 15/2014 (S. 44-48) der Europäischen Akademie für Naturheilverfahren und Umweltmedizin

"Gesundheit essen, Bitterstoffe in unserer Ernährung" ein Beitrag  in den Aktuellen Gesundheitsnachrichten Heft 16/2015 (S. 42-56) der Europäischen Akademie für Naturheilverfahren und Umweltmedizin


Bitte leiten Sie diese Mail an Interessierte weiter. Herzlichen Dank! Möchten Sie keine Informationen von mir erhalten, genügt eine kurze Nachricht.
 
Papaver
Papaver
Pflanzenheilkunde
Räucherheilkunde
Heilrituale
Dr. Kristin Peters

Tel: 033 979/ 519 677
E-Mail: post@kristin-peters.de
http://www.kristin-peters.de//

Dorfstraße 44
16845 Brunn
10.-12. + 24.-26.01.201410.-12. + 24.-26.01.2014